Feb
02

Mit Zahlen ist das so eine Sache. Zahlen in einer Rede stehen zwar für Kompetenz bzw. für Kompetenzkompetenz. Das Problem: Niemand hört gerne Zahlen. Außer vielleicht Menschen, die mit Excel-Dateien ins Bett gehen. Alle anderen tun sich schwer mit der Zahlenhuberei. Deshalb werden Zahlen oft und gerne bildlich aufgelöst, wie in diesem unvergessenen Klassiker:

Eine schöne Idee. Auf jeden Fall schöner als kalt verlesene Zahlenkolonnen. Schöner als die Zahlenmassaker einer deutschen Hauptversammlungsrede. Was Zahlen für Redner so attraktiv macht: sie klingen sachlich, klar, unumstößlich. Mit Zahlen lässt sich immer perfekt argumentieren. Wenn die Zahlen gut sind. Wenn es nicht so gut ausschaut, dann

Weiterlesen: Lektion 8: Die Zahlen

Sep
29

Das gehört dazu, und da zeigt sich der Könner. Mitten in der Kälte stehen und aus dem Publikum dröhnen die Zwischenrufe. Monatelang kann man sich auf die Rede vorbereiten, das Manuskript zigfach von Beratern, Referenten, PR-Leuten, Juristen überarbeiten lassen, aber wenn Sie auf der Bühne stehen und unten brüllt einer irgendeinen Schmarrn bzw. versetzt Ihnen einen ordentlichen, verbalen Tiefschlag – dann kommt’s drauf an. Wie bei diesem Herrn:

Klar, entweder Sie sind ein Naturtalent in Schlagfertigkeit oder sie bereiten sich auf das Rumgebrülle vor: Argumente zurechtbasteln, Gegenschläge auswendig lernen. Oder sie halten, im Falle eines bösen Zwischenrufs einfach für ein paar Sekunden den Mund und fragen dann: „Darf ich weiter machen?“ Oder

Weiterlesen: Lektion 5: Der Zwischenruf

Sep
22

Auftritte vor der Presse sind eine besondere Herausforderung. Schließlich sind die Journalisten nicht die eigentlichen Adressaten – diese sitzen vorm Fernseher, am Radio, hinter Zeitungen, vor Blogs, oder haben sich endgültig für ein Leben als Twitter-Follow entschieden. Daran sollte man denken, spricht man vor der Presse. Der Herr in unserem Beispiel nimmt das Ganze etwas zu sehr auf die leichte Schulter:

Wer Presse-Konferenzen bestreitet, muss vor allem eins bedenken: Emotionen dosiert einsetzen und: sich nicht gehen lassen. Und wenn man doch emotional sein will, dann provokant, gerne auch unsachlich, in jedem Fall aber bildhaft. Wer eine hübsche Metapher in seine PK-Rede einfließen lässt, der wird zitiert. Wer den politischen Gegner als „Haubentaucher“ oder

Weiterlesen: Lektion 4: Die Pressekonferenz

Jul
07

Viele Experten halten den Rede-Einstieg für das wichtigste der ganzen Rede. Hier werde „die Schlacht geschlagen“. Hier entscheide sich, ob der Zuhörer dabei bleibt oder sich gedanklich verabschiedet. Dieser Herr hat eine besondere Einstiegs-Variante gewählt:

Der sympathische CEO verweigert die Standardphrase. Er setzt auf Rhythmik und Bewegung. Behände tänzelt er über die Bühne, umkreist das Pult als sei es ein kultisches Ritual und untermalt seinen Auftritt mit kurzen Rufen. Und tatsächlich: Er gewinnt die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer, ja, ihm gelingt ein fast lehrbuchmäßiger Einstieg.

Weiterlesen: Lektion 3: Der Einstieg

Jun
19

Verständlichkeit ist Trumpf. Ein Zuhörer kann nicht nachfragen und nicht zurücklesen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen muss der Zuhörer den Inhalt Ihrer Rede aufnehmen. Das stellt hohe Anforderungen nicht nur an die Sprache, sondern vor allem auch an den dramaturgischen Aufbau. Der Herr im folgenden Beispiel wirkt sehr ambitioniert, allerdings unterlaufen ihm kleine Flüchtigkeitsfehler beim Aufbau:

Generell geht es beim dramaturgischen Aufbau darum, alle Fakten, Meinungen so aufzuarbeiten, dass es dem Rede-Ziel nutzt. Das gelingt unserem Probanden nur in Ansätzen.

Weiterlesen: Lektion 1: Der dramaturgische Aufbau