Jun
14

Warum wir die Metapher verwenden? Weil es ein Gefühlswort ist. Weil eine gute Rede Emotion braucht. Wenn zum Beispiel Finanzmarktstabilisierungsgesetze, Aufenthaltsverordnungen oder Netzausbaubeschleunigungsgesetze zur Debatte stehen – dann wirkt ein Bild Wunder. Die Rede wird anschaulicher, der Zuhörer kann sich etwas vorstellen. Auch wenn es mal ein bisserl martialisch klingt…

Die Bilder entstehen im Kopf. Wir sehen es förmlich vor uns, wie der aufrechte Bajuware sich mit seiner letzen Patrone im Gürtel, hinter den saftig blühenden Geranien auf dem Holz-Balkon seines Gutshofs verschanzt. Das Gewehr im Anschlag, sein Landsitz derweil umstellt von Berliner Koalitionären und Bataillonen von Zuwanderern. Und wie er, der Bayer mit entschlossenem Blick und seiner letzten, seiner wirklich allerletzen Patrone erbittert Widerstand leistet. Damit dieses Kino im Kopf angeworfen wird, damit diese Bilder laufen lernen, brauchen wir…

…die Metapher. Wenn wir uns mit Freunden oder Kollegen unterhalten, reden wir in Bildern: „Das hat mich auf dem dem falschen Fuß erwischt“ oder „Da hast du offene Türen eingerannt“. Wenn wir schreiben, wird es immer ein bisschen hölzern, steif, ungelenk, vor allem, wenn es ein wichtiger Text, eine wichtige Rede ist. Eine Rede ist aber gesprochenes Wort und ohne Bilder geht das nicht.

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