Es gibt welche, die nehmen einfach ein Manuskript. Stellen sich hinter ein Pult und lesen Wort für Wort ab. Andere haben ein Microport an die Backen geklebt und gucken auf den Teleprompter. Wieder andere lassen sich den Text per Beamer an die gegenüberliegende Wand werfen. Brenzlig wird’s, wenn’s nicht richtig funktioniert:
Keiner will eine Rede auswendig lernen. Außer Schauspielern, die bei Preisverleihungen wie „Beste männliche Kurzhaarfrisur Non-Fiction“ völlig „überrascht“, „überwältigt“ und mit feuchten Augen eine tagelang vorbereitete Rede in den Saal ventilieren: „…meinen Eltern, dem ganzen Team…“. Generell sollte man das Ganze allerdings nicht ohne Manuskript angehen,
Zumal wenn man einen Redenschreiber beschäftigt. Diesem schwitzt vor jeder Rede das Adrenalin aus der Schädeldecke – um möglichst knackige Sätze zu entwerfen, Sätze wie Leopardenbisse. Und dann steht der Herr Redner am Pult und improvisiert frei. Oder vergisst in welchem Buchsbäumchen der Teleprompter versteckt ist. Oder verheddert sich und macht einen auf Stoiber („in zehn Minuten zum Hauptbahnhof“). Ganz schwierig so was. Deshalb: Nie auf ein ausformuliertes Manuskript verzichten (kann der Redner auch immer wieder in den Text zurückkehren), immer gucken ob der Teleprompter funktioniert und sich vom Gedanken verabschieden, man sei eine phänomenale Freisprech-Anlage.
Schlagwörter: Berühmte Reden, Obama, Teleprompter, USA
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