Das gehört dazu, und da zeigt sich der Könner. Mitten in der Kälte stehen und aus dem Publikum dröhnen die Zwischenrufe. Monatelang kann man sich auf die Rede vorbereiten, das Manuskript zigfach von Beratern, Referenten, PR-Leuten, Juristen überarbeiten lassen, aber wenn Sie auf der Bühne stehen und unten brüllt einer irgendeinen Schmarrn bzw. versetzt Ihnen einen ordentlichen, verbalen Tiefschlag – dann kommt’s drauf an. Wie bei diesem Herrn:
Klar, entweder Sie sind ein Naturtalent in Schlagfertigkeit oder sie bereiten sich auf das Rumgebrülle vor: Argumente zurechtbasteln, Gegenschläge auswendig lernen. Oder sie halten, im Falle eines bösen Zwischenrufs einfach für ein paar Sekunden den Mund und fragen dann: „Darf ich weiter machen?“ Oder
Auftritte vor der Presse sind eine besondere Herausforderung. Schließlich sind die Journalisten nicht die eigentlichen Adressaten – diese sitzen vorm Fernseher, am Radio, hinter Zeitungen, vor Blogs, oder haben sich endgültig für ein Leben als Twitter-Follow entschieden. Daran sollte man denken, spricht man vor der Presse. Der Herr in unserem Beispiel nimmt das Ganze etwas zu sehr auf die leichte Schulter:
Wer Presse-Konferenzen bestreitet, muss vor allem eins bedenken: Emotionen dosiert einsetzen und: sich nicht gehen lassen. Und wenn man doch emotional sein will, dann provokant, gerne auch unsachlich, in jedem Fall aber bildhaft. Wer eine hübsche Metapher in seine PK-Rede einfließen lässt, der wird zitiert. Wer den politischen Gegner als „Haubentaucher“ oder